Schmalenbach-TagungFremdkapital – Rating, Kapitalmarkt und Finanzierungsstrategien
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Förderer der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V., das breite aktuelle und herausfordernde Themenspektrum rund um die Optimierung der Passivseite greift die Schmalenbach-Tagung am 26. April 2012 in Köln auf. Hochkarätige Referenten aus Wirtschaftspraxis und -wissenschaft beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven alternative Formen der Fremdkapitalfinanzierung und deren jeweilige Kosten. Die aktuelle Diskussion um die Verschärfung der Aufsicht und Regulierung von Banken und Rating-Agenturen sowie die Bedeutung des Ratings für die Unternehmenssteuerung und die Kapitalanlage institutioneller Investoren spielen dabei eine zentrale Rolle.Aus der Perspektive des Kapitalsmarkts ist die Beurteilung der Kapitalstruktur von Unternehmen und damit der Höhe der Fremdfinanzierung zyklischen Schwankungen unterworfen. In expansiven Phasen der Wirtschaftsentwicklung gilt Fremdkapital als günstig. Unternehmen werden daher angehalten, den Leverage-Effekt zur Performancesteigerung intensiv zu nutzen. Dieser Effekt wird durch die differenzierte Behandlung von Eigen- und Fremdkapital bei der Besteuerung noch verstärkt. In Krisenzeiten jedoch werden der fixe Ertragsanspruch, der unabhängig von der Profitabilität des Unternehmens oder des konkreten finanzierten Investitionsprojekts zu erfüllen ist, sowie die zunehmende Abhängigkeit von Banken kritisch gesehen und entsprechend ein Deleveraging empfohlen. Dabei zeigen nicht zuletzt die aktuellen Entwicklungen, dass in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld beide Finanzierungskanäle der Unternehmen – sowohl Eigen- als auch Fremdkapital – unter Druck geraten. Die Unternehmen der Realwirtschaft stehen somit vor der anspruchsvollen Herausforderung, ihre Refinanzierungsbasis strategisch zu überprüfen und eine robuste, nicht „ausgereizte“ Kapitalstruktur zu finden. Auch wenn in Deutschland aktuell - entgegen dem Trend in der übrigen Eurozone - noch kein Nachlassen der ‚Kreditdynamik’ festzustellen ist, häufen sich auch hierzulande die Warnungen vor einer ‚Kreditklemme’. Schon jetzt zeichnet sich im Euroraum eine angebotsseitige Verknappung der Bankkredite aufgrund der Unsicherheit ab, wie sich der Übergang zu den neuen Eigenkapitalrichtlinien unter Basel III gestalten wird. Dass es in der Folge zu einer weiteren Verschärfung der Kreditbedingungen kommen wird, steht angesichts der konjunkturellen Unsicherheit und der Schwierigkeiten der Banken zur eigenen Refinanzierung zu erwarten. Eine besondere Bedeutung bei der Gestaltung der Kapitalstruktur kommt den Rating-Gesellschaften zu. Ihr Bonitätsurteil hat häufig unmittelbare Auswirkungen auf das Verhalten von Anlegern, Kreditnehmern sowie Emittenten und bestimmt damit in erheblichem Maße die Kapitalkosten der Unternehmen. Ihre Unabhängigkeit und die Qualität ihrer Analysemethoden stehen nicht erst seit der aktuellen Staatsschuldenkrise intensiv in der Diskussion. Der Ruf nach einer europäischen Rating-Gesellschaft ist Folge des wachsenden Unmuts über die drei dominierenden „Bonitätswächter“. Und auch die EU-Kommission hat aktuell nach wiederholten Regulierungsbemühungen Vorschläge vorgelegt, um die Regulierung weiter zu verschärfen und die Mängel des bestehenden Regulierungsrahmens zu beheben. Erklärtes Ziel von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier ist es, dass Rating-Agenturen künftig strengere Vorschriften einhalten, ihre Ratings transparenter machen und für Fehler haften. Zugleich wünscht er sich mehr Wettbewerb in diesem Sektor. Die in jüngster Zeit gestiegene Volatilität der Ratings wirft darüber hinaus Fragen auf, welche Bedeutung die Urteile gerade für institutionelle Investoren noch haben und welche Rolle sie im Rahmen der Unternehmenssteuerung zukünftig spielen können. Die Schmalenbach-Tagung 2012 greift die aktuellen und brisanten Fragen zum ‚Fremdkapital’ mit hochkarätigen Vorträgen und intensiven Diskussionen auf. Sie dient damit zugleich der Abrundung der im Rahmen des letzten Deutschen Betriebswirtschafter-Tages aufgeworfenen Diskussion zum Thema ‚Eigenkapital’. Wir laden Sie ein, sich am Dialog von Wissenschaft und Praxis unter dem Dach der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. aktiv zu beteiligen, und freuen uns auf die Diskussion mit Ihnen!
Die ProgrammkommissionOliver Bäte, Allianz SE |
Programmkommission

Vorsitz
Prof. Dr. Bernhard Pellens
Ruhr-Universität Bochum

Oliver Bäte
Allianz SE

Prof. Dr. Wolfgang Gerke
Bayerisches Finanz Zentrum

Dr. Alan Hippe
F. Hoffmann - La Roche AG

Prof. Dr. Stephan Paul
Ruhr-Universität Bochum
Kontakt Geschäftsstelle
Dr. Maria Engels
Dr. Simone Bender
sg@schmalenbach.org
+49 (0) 2234 / 480098