Deutscher Betriebswirtschafter-Tag Schmalenbach-Tagung
"Theorie und Praxis stets Hand in Hand"
75 Jahre Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.
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Vor 75 Jahren fand in Köln im Anschluss an das traditionelle Winterfest des Treuhand-Seminars mit der Gründung der Schmalenbach-Vereinigung ein lebendiger und erfolgreicher Dialog von Wissenschaft und Praxis seinen institutionellen Rahmen. Für Eugen Schmalenbach, den großen Kölner Gelehrten und Namensgeber der Gesellschaft, war eine Betriebswirtschaftslehre ohne einen engen Kontakt von Wissenschaft und Praxis nicht denkbar. Er fühlte sich der Wirtschaft gegenüber als Arzt, der ein kostbares Leben zu überwachen und ihm auf Grund seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse Lebens- und Verhaltensregeln anzuempfehlen hat. Damit stand für Schmalenbach fest, dass die Betriebswirtschaftslehre weder eine l’art pour l’art Disziplin sein kann, noch sich in der Wiedergabe bewährter Rezepte erschöpfen darf. |
Wer könnte es anschaulicher formulieren, als Eugen Schmalenbach selbst: „Alle Betriebswirtschaftler werden mit mir einig sein darin, dass ein Betriebswirtschaftler ohne Praxis Gefahr läuft, ins Spintisieren zu geraten, d.h. er bemüht sich um eine Weiterentwicklung des Faches an irrelevanter Stelle; er sieht Probleme, die nur in seiner Einbildung solche sind und übersieht Probleme, die wirklich vorhanden sind. Ich darf hierbei aus Erfahrung sprechen, denn ich habe den Versuch eines völligen Abbaus der Praxis einmal gründlich gemacht, als ich die Absicht hegte, mich ganz der Wissenschaft hinzugeben. Der Erfolg ist gewesen, dass ich unserer Wissenschaft zusehends fremder wurde. Die anstatt dessen gewonnene Bereicherung an Kenntnis der Fachliteratur erwies sich als unvollkommener Ersatz. Ich werde diesen Versuch nicht mehr machen.“ In seinem Aufsatz ‚Privatwirtschaftslehre als Kunstlehre’ aus dem Jahre 1911 bekennt sich Eugen Schmalenbach zu den Prinzipien einer angewandten Wissenschaft – eben einer Kunstlehre. Damit wandte er sich bewusst gegen all diejenigen, die nur eine ‚reine’ Wissenschaft als einer Hochschule würdig ansahen und eine Kunstlehre als bloße ‚Geschäftstechnik’ auf eine entsprechende Fachschule verwiesen wissen wollten. |
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Gut 100 Jahre nach Gründung der ersten wissenschaftlichen Handelshochschule ist die Frage nach dem wissenschaftlichen Selbstverständnis der Betriebswirtschaftslehre nach wie vor aktuell. Seit Beginn des neuen Jahrhunderts befindet sich die Betriebswirtschaftslehre erneut in einer Phase der Konsolidierung und Neuorientierung. So sind der Ausbau des Fachs in der Breite und der beachtliche Erkenntnisfortschritt in zahlreichen Spezialgebieten an einem Punkt angelangt, an dem zunehmend Fragen der (Re-)Integration aufgeworfen werden. Zudem beklagt die Praxis vielfach ein mangelndes Interesse an bedeutsamen Problemstellungen der Wirtschaftspraxis und eine unzureichende Anpassung der Hochschulen an veränderte Aus- und Weiterbildungsbedürfnisse. Der Ausbau der disziplinären und interdisziplinären Zusammenarbeit – auch und gerade – im länderübergreifenden Zusammenhang und die Entwicklung von Organisationsformen der Vernetzung von Forschung, Lehre und Praxis werden vor diesem Hintergrund als zentrale Zukunftsaufgaben der Hochschulen diskutiert. | |
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„Was lag näher“, so der Vize-Präsident der Schmalenbach-Gesellschaft, Professor Dr. Norbert Herzig, in seiner Eröffnung „als im Rahmen eines akademischen Festaktes anlässlich des 75jährigen Gründungsjubiläums der Schmalenbach-Gesellschaft die Frage nach der Betriebswirtschaftslehre als anwendungsorientierte Wissenschaft in das Zentrum zu stellen?“ |
Vor weit über 100 Mitgliedern, Freunden und Förderern der Schmalenbach-Gesellschaft beleuchteten Professor Dr. Georg Schreyögg, Dr. Kurt Bock und Professor Dr. Erich Frese das Spannungsfeld von theoretischer Qualität und praktischer Relevanz und analysierten und diskutierten die künftigen Anforderungen an die Betriebswirtschaftslehre aus den Perspektiven von Wissenschaft und Praxis: | |
Entwicklung der Betriebswirtschaftslehre: zwischen Integration und Zerfall Prof. Dr. Georg Schreyögg, Freie Universität Berlin |
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Die Anforderungen der Praxis an die Betriebswirtschaftslehre Dr. Kurt Bock, Mitglied des Vorstands, BASF AG, Ludwigshafen |
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Eugen Schmalenbach und die Anwendungsorientierung der Betriebswirtschaftslehre Prof. (em.) Dr. Erich Frese, Universität zu Köln |
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Im Rahmen eines festlichen Abendessens rief der Präsident der Schmalenbach-Gesellschaft, Professor Dr. Clemens Börsig, die Erinnerung an herausragende Persönlichkeiten in der erfolgreichen Geschichte der Schmalenbach-Gesellschaft wach. Er dankte all denjenigen, die sich mit großem persönlichen Engagement für die Ziele der Schmalenbach-Gesellschaft verdient gemacht haben. | |
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