Die militärische Eskalation im Nahen Osten belastet die Bilanzen deutscher Unternehmen spürbar. Vor Kriegsbeginn nutzte noch jedes dritte Unternehmen bilanzpolitische Instrumente zum Aufbau stiller Reserven – dieser Anteil hat sich seit März halbiert. Der Rückgang signalisiert, dass verfügbare Bewertungsspielräume zunehmend ausgeschöpft sind, und die schwindenden stillen Reserven verengen unternehmerische Handlungsspielräume strukturell. Dies führt zu starken Anpassungsreaktionen: 68% der besonders betroffenen Unternehmen planen Preiserhöhungen, 35% Maßnahmen zur Fixkostensenkung, insbesondere Personalabbau. Dies führt zu einer starken Erwartungshaltung gegenüber der Politik: Die Omnibus-Initiative der EU, die zu einem Bürokratieabbau in Form geringerer Berichts- und Dokumentationspflichten insbesondere im Nachhaltigkeitsbereich führen soll, wird noch stärker begrüßt als zuvor (65% vs. 57%). Den stärksten Reformbedarf sehen Unternehmen jedoch in der Steuerpolitik, von der sich fast 70% der vom Krieg direkt belasteten Unternehmen Erleichterungen erwarten.
Bischof, J., P. Dörrenberg, D. Rostam-Afschar, T. Simon, D. Simons, V. Stadler, J. Voget. 2026. „GBP-Monitor April 2026: Krieg in Nahost erhöht Preis- und Kostendruck, während bilanzpolitische Reserven schwinden". Schmalenbach IMPULSE 6: 1-6. DOI 10.54585/BJHJ6553.
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https://doi.org/10.54585/BJHJ6553