Anteil der Unternehmensvertreter, die von sehr geringer Zufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik berichten, ist zwischen Juni 2025 und September 2026 von 26 % auf 42 % gestiegen. Damit nähert sich die Unzufriedenheit dem Stand nach dem Bruch der Ampel-Koalition. Der Rückgang der Zufriedenheit erfasst alle 16 Bundesländer in einem ähnlichen Maß. Auffällig ist die Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit: Während die Umfragewerte von Mai 2026 bis September 2026 in den drei Bundesländern mit Wahlen im September 2026 – Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin – im Durchschnitt stark sinken (von 2,9 Punkten auf 1,8 Punkte), erholen sich im selben Zeitraum die Werte im übrigen Bundesgebiet (von 1,9 Punkten auf 2,6 Punkte). Zudem treten eine kritische Bewertung der Wirtschaftspolitik und eine schwächere Geschäftsentwicklung häufig gemeinsam auf. Wo besonders starke Unzufriedenheit vorherrscht, ist schon seit 2024 ein immer stärkerer Rückgang von erwarteten Gewinnen (2026: -6,7 %) und geplanten Investitionen (-5,1 %) zu beobachten. Dies geht mit geplanten Kürzungen etwa bei Boni, Ausschüttungen sowie Forschung und Entwicklung einher. Unternehmen, in denen stärkere Zufriedenheit herrscht, berichten demgegenüber weiterhin von Zuwächsen (Gewinne: +3,0 %, Investitionen: +5,3 %). Von der Politik fordern die befragten Unternehmensvertreter unabhängig von ihrer wirtschaftspolitischen Zufriedenheit vorrangig Steuererleichterungen sowie Entlastungen bei den Energiekosten.
Bischof, J., P. Dörrenberg, A. Krief, D. Rostam-Afschar, D. Simons, V. Stadler, J. Voget. 2026. "GBP-Monitor: Wirtschaftspolitische Unzufriedenheit wächst bundesweit und geht mit Investitionskürzungen einher". Schmalenbach IMPULSE 6: 1-8. DOI 10.54585/BFET8589.